Digital.Bau 2020: 5 Fragen, die offen bleiben

5 Minuten Lesezeit— Erschienen am 13.02.2020
Andree Kröger
Bau Digital 2020

Das Thema „Bauen & Digitalisieren“ ist kein neues. Trotzdem hat die erste Digital.Bau erst in diesem Jahr stattgefunden – und wir waren als auf die Baubranche spezialisierte Agentur dabei. Denn wir wollen wissen: Was treibt die Branche an und um? Was bedeutet das Thema Digitalisierung für sie? Und wie wird es eigentlich interpretiert?

In Erinnerung bleiben uns vor allen Dingen fünf Fragen:

1. Welchen Stellenwert hat BIM für die Branche?

Unser erster Eindruck: Die Branche setzt die Digitalisierung mit BIM gleich – ganz besonders die jeweiligen Verbände und Architektenkammern. Man bewegt sich auf einer sehr theoretischen Ebene, ruft nach einheitlichen Standards und Ausbildungsmöglichkeiten, während am Stand des Fraunhofer IAO bereits vom „klassischen BIM-Standard“ gesprochen wird. Ein gemeinsamer Blick auf die Digitalisierung der Baubranche sieht anders aus.

2. Wird die Zukunft des Bauens noch in Deutschland gedacht?

Ganz ehrlich? Unserem Gefühl nach eher nicht. Das zeigte vor allen Dingen der Vortrag von Alexander Rieck vom Fraunhofer IAO und Mitgründer des Labors für visionäre Architektur, kurz: LAVA. Während wir in Deutschland noch nach Standards rufen, machen „die anderen“ einfach und bauen visionär und innovativ.

"In Deutschland suchen wir nach Antworten auf Fragen, die keiner gestellt hat."

3. Wie sieht das Produkt der Zukunft aus?

Als Aussteller waren die Hersteller auf der Digital.Bau 2020 klar in der Unterzahl – wenn aber mit einem Stand vertreten auch mit richtig guten Ideen. Dass sich aber in erster Linie das Denken der Hersteller radikal verändern muss, stellte Dr. Kai Oberste-Ufer von Dormakaba in seinem Vortrag heraus: Die Zukunft liegt für Hersteller nicht darin, die eigenen Produkte mit digitalen Funktionen zu versehen, sondern in der kooperativen Entwicklung von Gesamtlösungen.

"Kein Produkt ist eine Insel."

4. Welchen Platz nehmen Hersteller ein?

So schlicht der Stand von Xella, Hersteller von Bau- und Dämmstoffen, auch war, so deutlich stach das Unternehmen doch heraus. Denn die Fragen "Wer soll die Digitalisierung der Baubranche realisieren?", "Wer soll machen, was machbar ist?" beantworten sie ganz eindeutig: Im Zweifel die Hersteller selber. Mit ihrer Inhouse-BIM-Kompetenz und dem digitalen Planungsservice blue.sprint übernehmen sie bereits heute Planeraufgaben und geben nebenbei Dr. Oberste-Ufer von Dormakaba recht: Für Hersteller kommt es darauf an, ihr Denken zu digitalisieren, nicht ihr Produkte.

5. Wer baut in Zukunft Gebäude?

Die Branche verändert sich – und damit auch das Bauen selbst. Die Frage: „Wer baut denn nun in Zukunft?“ schließt sich ganz natürlich an. Xella zeigt bereits, welche zentrale Rolle Hersteller zukünftig spielen könnten. Geht man noch weiter sieht man am Ansatz des modularen Bauens, den Hersteller wie Katerra aufgreifen, dass der Bau ganz in Herstellerhand liegen könnte – eine Veränderung, die die Baubranche von Grund auf verändert.

5 Fragen, viele Eindrücke

Die Branche ist im Wandel – so viel ist klar. Wohin die Reise geht, können wir nicht beantworten, aber wir würden gern darüber sprechen und Ihre Eindrücke und Meinungen hören. Darum melden Sie sich! Entweder per E-Mail oder über das Kontaktformular.

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